Clubhaus

Eine Geschichte von Zusammenhalt

Wie unser Clubhaus entstand

Manche Gebäude erzählen Geschichten. Unser Clubhaus ist so eines, denn es wurde nicht einfach gebaut, es wurde von unserer Gemeinschaft erschaffen, Stein für Stein, Wochenende für Wochenende.

Der Anfang: Ein Grundstück und eine Vision

Die Geschichte beginnt im Jahr 2004. Reiner Göres, Heinz Richter und Thoralf Zab kauften gemeinsam mit privaten finanziellen Mitteln das Grundstück vom Vorpächter. Aus dieser Idee heraus gründeten man den Förderverein Rugbyunion, um das Vorhaben auf solide Beine zu stellen. Damals war Christiane Langer Präsidentin unseres Vereins, doch ein Bauprojekt dieser Größenordnung passte zu diesem Zeitpunkt nicht in ihre Pläne. Kurz darauf übernahmen Erik Schomacker und Mario Merten als Präsident und Vize die Verantwortung, und das Projekt nahm Fahrt auf.

Planung mit Herz und Verstand

Gemeinsam mit dem Bauingenieur Sven Sauer setzte sich Thoralf zusammen und entwickelte die Pläne für unser zukünftiges Clubhaus. Das Glück war uns dabei nicht ganz fern: Unsere damalige Bürgermeisterin war unserem Verein sehr wohlgesonnen und überzeugte die Firma Peter Tiefbau, uns Fundamente und Betonplatte zu sponsern. Von der Stadt erhielten wir zudem einen Zuschuss von 48.750 Euro. Dieses Geld ermöglichte es uns, alle nötigen Anträge, die Statik und die Architektur zu finanzieren, aber danach war die Kasse leer.

Wochen voller Telefonate und Bitten

Was folgte, war eine Phase, die viel über den Geist unseres Vereins aussagt. Wochenlang hat Thoralf Lieferanten kontaktiert, mit ihnen gesprochen und um Materialien gebeten. Viele von ihnen waren von unserer Idee und unserem Einsatz so begeistert, dass sie uns mit Vergünstigungen und Spenden unterstützten: Steine zum Sonderpreis, den kompletten Dachstuhl, Dachsteine, die Heizung, Fenster und Türen. Am Ende konnten wir auf diese Weise rund 60.000 Euro an Baumaterial einsparen, ganz ohne die zahllosen Arbeitsstunden überhaupt mitzurechnen.

Gebaut von der Gemeinschaft, für die Gemeinschaft

Das eigentliche Bauen übernahmen ausschließlich Vereinsmitglieder, etwa 15 bis 20 Leute, zu rund 90 Prozent aktive Spieler aus der damaligen Männermannschaft. Egal ob jemand vom Bau kam oder nicht, jede Hand wurde gebraucht und jede Hand hat mitgeholfen. Unterstützt wurden wir zusätzlich von befreundeten Handwerksbetrieben, einer Zimmerei und einem Dachdeckerunternehmen, die uns mit Rat und Tat zur Seite standen.

Auch der gesamte Innenausbau lag in unseren eigenen Händen. Trockenbau, Innenputz und Fliesenarbeiten übernahm Erik mit seiner damaligen Firma. So entstand Raum für Raum ein Gebäude, das wirklich von uns allen getragen wurde.

Nach Feierabend und an spielfreien Wochenenden

Was diese Geschichte besonders macht, ist der Hintergrund, vor dem sie sich abspielte. Wir spielten damals in der 2. Bundesliga und waren entsprechend viel unterwegs, oft jedes zweite Wochenende. Die freien Wochenenden, die uns blieben, verbrachten wir auf der Baustelle. Hunderte von Stunden, nach Feierabend und an Tagen, die eigentlich für Erholung gedacht waren. Das forderte seinen Tribut, auch in unseren Familien. Aber wir hatten ein gemeinsames Ziel vor Augen, und das hat uns durch jede anstrengende Phase getragen.

Auch Reiner Göres trug, wenn auch nicht auf der Baustelle, aktiv zu jedem Schritt des Projekts bei.

Die Übergabe

Nach der Fertigstellung übergaben wir das Gebäude an die Rugbyunion. Der Förderverein, der das Projekt ins Leben gerufen und durch alle Phasen begleitet hatte, hatte damit seinen Zweck erfüllt.

Ein Denkmal für Zusammenhalt

Wenn man heute durch unser Clubhaus geht, sieht man vielleicht einfach Wände, ein Dach, Räume. Aber wer die Geschichte kennt, sieht etwas anderes: den Beweis dafür, was eine Gemeinschaft erreichen kann, wenn alle an einem Strang ziehen. Dieses Clubhaus ist ein Geschenk all jener, die damals ihre Wochenenden, ihre Kraft und ihr Herz investiert haben, damit unser Verein ein Zuhause hat. Dafür gebührt allen Beteiligten unser tiefer Dank, heute und für immer.

Heute ist unser Vereinsheim selbst ein kleines Museum unserer gemeinsamen Geschichte. An den Wänden hängen Fotos aus vergangenen Tagen, Pokale, Urkunden und Banner erzählen von sportlichen Erfolgen aus den Abteilungen Rugby und Cheerleader und zeugen vom Stolz und der Vielfalt unseres Vereins. Jedes Bild, jeder Pokal und jedes Banner ist ein weiteres Kapitel in der Geschichte, die mit einem Grundstück und ein paar Menschen mit einer Vision begann und bis heute weitergeschrieben wird.