Unser Kinder- und Jugendschutzkonzept ist online
Und was das für Fotos auf WhatsApp & Co. bedeutet
Bei der Rugbyunion Hohen Neuendorf e.V. steht der Schutz unserer Kinder und Jugendlichen an erster Stelle. Mit Wirkung zum 15. März 2026 haben wir unser Kinder- und Jugendschutzkonzept offiziell in Kraft gesetzt und auf unserer Homepage veröffentlicht. Was das konkret bedeutet – und warum das Thema auch jeden Trainer, Betreuer und jede Vereinsfamilie direkt betrifft – erklären wir in diesem Beitrag.
Warum ein Schutzkonzept?
Sport schafft Nähe. Kinder und Jugendliche verbringen viel Zeit mit ihren Trainern, vertrauen ihnen und wachsen in Mannschaften zu echten Teams zusammen. Genau diese besondere Atmosphäre macht unseren Verein aus – und genau deshalb tragen wir alle gemeinsam Verantwortung dafür, dass dieser Raum sicher, respektvoll und vertrauenswürdig bleibt.
Ein Schutzkonzept ist dabei kein Misstrauensvotum gegenüber unseren Ehrenamtlichen. Im Gegenteil: Es schützt unsere Kinder und unsere Trainer und Betreuer gleichermaßen. Klare Regeln schaffen Orientierung, vermeiden Missverständnisse und geben allen Beteiligten Sicherheit.
Was unser Konzept regelt
Unser Kinder- und Jugendschutzkonzept umfasst unter anderem:
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Verhaltenskodex (Ehrenkodex) für alle Personen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten – Trainer, Betreuer und Teammanager unterschreiben diesen verbindlich.
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Erweitertes Führungszeugnis – alle ehrenamtlich Tätigen legen dieses alle drei Jahre vor. Der Verein übernimmt die Koordination. Die Vorlage erfolgt vertraulich beim Kinderschutzbeauftragten.
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Klare Meldewege im Verdachtsfall: Ruhe bewahren, dokumentieren, den Kinderschutzbeauftragten informieren – und niemals auf eigene Faust ermitteln.
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Fortbildungspflicht alle zwei Jahre – die Kosten trägt der Verein.
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Ansprechperson im Verein: Unser Kinderschutzbeauftragter ist die erste Anlaufstelle bei Fragen, Beobachtungen und Meldungen. Die Kontaktdaten findest Du auf unserer Homepage.
Das vollständige Konzept steht ab sofort auf unserer Website zum Download bereit.
Fotos/Videos, WhatsApp-Status und Social Media – Das Phänomen „Sharenting“
Ein Thema, das im Vereinsalltag immer wieder auftaucht und das wir klar ansprechen möchten: das Teilen von Fotos und Videos unserer Kinder und Jugendlichen in sozialen Medien und privaten Messenger-Diensten.
In der Fachwelt spricht man hierbei von „Sharenting“ (einer Kombination aus Sharing = Teilen und Parenting = Erziehung) – dem übermäßigen oder unbedachten Veröffentlichen von Kinderfotos im Netz. Schnell ist nach einem Turniersieg oder einem gelungenen Training ein Foto gemacht – und noch schneller landet es im privaten WhatsApp-Status, in einer Instagram-Story oder auf Facebook. Das geschieht in der Regel aus Stolz, Freude und bester Absicht. Und dennoch: Es bringt erhebliche Risiken mit sich und kann Schaden anrichten.
Was viele unterschätzen:
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WhatsApp-Status ist nicht privat: Alle gespeicherten Kontakte einer Person können ihn sehen – und Screenshots anfertigen, ohne dass es jemand bemerkt. Wer 200 Kontakte hat, teilt das Bild mit 200 Menschen, von denen viele dem Kind völlig unbekannt sind.
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Versteckte Metadaten (GPS): Smartphones speichern beim Fotografieren oft unbemerkt Standortdaten. Wer ein Rohfoto hochlädt, gibt unter Umständen den genauen Aufenthaltsort oder Trainingszeiten preis.
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Das Recht am eigenen Bild gilt auch (und besonders) für Kinder: Nach § 22 Kunsturhebergesetz (KUG) und der DSGVO dürfen Fotos von Personen nur mit deren ausdrücklicher Einwilligung veröffentlicht werden. Wichtig: Bei Kindern entscheiden die Erziehungsberechtigten – ab ca. 14 Jahren haben aber auch die Jugendlichen selbst ein eigenes Mitspracherecht. Sagt ein Kind Nein zum Foto, gilt dieses Nein. Wer ohne Einwilligung postet, riskiert Datenschutzverstöße und Abmahnungen.
Eine Frage, die sich für uns alle lohnt: Muss dieses Foto wirklich öffentlich sichtbar sein – oder reicht es, die Erinnerung in einer privaten Galerie zu bewahren?
Deep Fakes, Identitätsdiebstahl, Grooming – kein Science-Fiction-Thema mehr
Moderne KI-Werkzeuge können aus völlig harmlosen Fotos – Mannschaftsbilder, Trikotfotos, Turnieraufnahmen – binnen Sekunden sexualisiertes Bildmaterial erzeugen. Ein einziges, öffentlich zugängliches Foto reicht als Ausgangsmaterial.
Darüber hinaus nutzen Täter geteilte Bilder, um gezielt Kontakt zu Kindern aufzunehmen („Ich habe Dich beim Rugby-Turnier gesehen…“) – ein klassischer Einstieg ins sogenannte Grooming (das gezielte Anbahnen von Kontakten zu Minderjährigen mit Missbrauchsabsicht). Einmal geteilte Inhalte lassen sich praktisch nicht mehr aus dem Netz löschen. Das Kind und seine Familie verlieren jede Kontrolle über die Verbreitung.
„Nachricht von Ella“ – ein Weckruf der Deutschen Telekom
Die Deutsche Telekom hat eine Kampagne produziert, die dieses Thema auf bewegende Weise zeigt. In dem Video „Nachricht von Ella“ wendet sich eine KI-generierte, ältere Version des Mädchens Ella direkt an ihre Eltern – und erklärt, welchen Schaden harmlos gemeinte Fotos im Internet angerichtet haben.
Ella schildert konkret, wie wenige Bilder in sozialen Medien ausreichen, um eine digitale Identität zu erschaffen und zu missbrauchen:
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Ihre Identität wird gestohlen – sie landet unschuldig in einer Akte oder sogar vor Gericht.
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Ihre Stimme wird geklont, um die Familie mit Schockanrufen finanziell zu erpressen.
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Fotos dienen als Ausgangsmaterial für Missbrauchsbilder.
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Kindheitserinnerungen werden zu Mobbing-Material, wenn sie als Memes in der Schule kursieren.
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Der digitale Fußabdruck begleitet sie ein Leben lang – von der Kreditwürdigkeit bis zum beruflichen Ruf.
Das Video ist ein eindringlicher, emotionaler Appell an alle, die Fotos von Kindern teilen. Wir empfehlen es ausdrücklich – schaut es Euch an und leitet es in Euren Familien und Freundeskreisen weiter.
🎬 Deutsche Telekom: „Nachricht von Ella“ 👉 Jetzt ansehen auf YouTube
„Alles, was du von mir online geteilt hast, hat einen digitalen Fußabdruck hinterlassen – einen, den ich für den Rest meines Lebens mit mir tragen werde.“
— Ella, Deutsche Telekom-Kampagne
Unsere Vereinsregeln – kurz und klar
❌ Nicht erlaubt:
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Fotos und Videos von Vereinskindern ohne schriftliche Einwilligung im privaten WhatsApp-Status oder auf privaten Social-Media-Kanälen von Trainern/Betreuern/Eltern zu teilen.
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Mannschafts- oder Turnierfotos in offenen Gruppen oder Chats mit Fremden zu posten.
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Jegliche Aufnahmen in Umkleidekabinen, Sanitärräumen oder Duschen (dies ist nach § 201a StGB strengstens untersagt und strafbar).
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Die Weitergabe von Fotomaterial an Dritte ohne ausdrückliche Erlaubnis.
✅ Erlaubt – mit dokumentierter Einwilligung:
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Interne Kommunikation in geschlossenen Mannschaftschats (ausschließlich für Eltern/Aktive).
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Beiträge auf den offiziellen Social-Media-Kanälen der RU Hohen Neuendorf e.V. und unserer Homepage – ausschließlich nach Prüfung und Freigabe durch den Vorstand bzw. die Medienbeauftragten.
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Turnierfotos, für die die schriftliche Einwilligung der Erziehungsberechtigten (und ggf. der Jugendlichen) vorliegt.
Die Einwilligung wird bei Vereinseintritt schriftlich eingeholt und in der Mitgliederakte abgelegt. Für einzelne Großveranstaltungen holen wir sie bei Bedarf gesondert ein. Sie kann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen werden.
Unsere Haltung
Wir wissen, dass all diese Regeln zunächst nach Bürokratie oder Einschränkung klingen mögen. Aber unser Ziel ist klar: Wir wollen einen Ort schaffen, an dem sich alle sicher fühlen – die Kinder, die Jugendlichen, die Familien und die Ehrenamtlichen.
Kinderschutz ist kein Misstrauen. Es ist Haltung.
Wenn Du Fragen hast, unsicher bist oder etwas beobachtet hast, das Dich beschäftigt: Wende Dich jederzeit an unsere Kinderschutzbeauftragten. Alle Kontaktdaten findest Du auf unserer Homepage unter dem Menüpunkt „Kinderschutz“.
Gemeinsam machen wir Rugby und Cheerleading bei der RU Hohen Neuendorf zu einem sicheren Ort für alle.
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#weareone
#oneclub
#onefamily